REGLEMENT PRIVE CARS
Algemeines
Unter PC versteht man preiswerte Strassenautos, die total Standard bleiben müssen. Damit soll es Piloten ermöglicht werden auf eine billige Art und ohne viel Arbeit an den Autos am Speedwayrennen teilnehmen zu können. Inhaber von Lizenzen der int. Klassen können auch in dieser Klasse fahren. Sie müssen aber auch im voraus angemeldet sein und auch das Startgeld bezahlt haben. Sie starten auf ¾. Pro Renntag darf der Fahrer nur ein Auto gebrauchen. Die Automarken, die bei den SPC zugelassen sind, dürfen nicht in der Kategorie PC fahren.
Ausführung
Hubraum max. 3.000 ccm. Einspritzmotoren sind zugelassen.
Nur normale Strassenreifen von max. 185 x 65 dürfen genommen werden.
Alles Glas muss entfernt werden, d.h. Scheinwerfer, Rückleuchten, Blinker und alle Scheiben.
Sitze (bis auf den Fahrersitz), Teppich und der Dachhimmel, lose Schrauben, Muttern usw. dürfen nicht im Fahrzeug sein.
Alles an dem Auto muss serienmäßig bleiben, der Auspuff, Motor, Getriebe, Fahrwerk und Differential. Wenn der Auspuff innen montiert ist, muss er einen Mindestabstand von 30 cm zum Fahrersitz haben, er darf nicht aus der Karosserie hervorstehen. Der Auspuff des Ford 1600 GT darf nicht auf anderen Fordmodellen gebraucht werden.
Die Batterie muss gut befestigt werden. Wenn sie im Innenraum plaziert ist, muss sie völlig nach Punkt 10 des allgemeinen Reglements für den Bau eines Speedwayautos eingebaut werden.
Wenn der Benzintank im Innenraum montiert wird, muss das über der Hinterachse sein, nicht davor und auch nicht dahinter. Die Leitungen müssen komplett in Kupfer sein und einen Hahn zum Abstellen in Handnähe haben. Es muss ebenfalls eine Abschirmung zum Piloten geben ; z.B. einen Kasten darüber, damit der Fahrer gegen eventuell ausspritzendes Benzin geschützt ist.
Verstärkungen und Anhängerkupplungen sind nicht erlaubt. Wenn die Anhängerkupplung abgesägt wird, müssen es mindestens 30 cm vom hintersten Ende sein.
Die Felgen sind frei, Stahl oder Leichtmetall. Sie dürfen nicht umgekehrt eingesetzt werden. Spurverbreiterungen sind nicht erlaubt. Es darf kein anderer Felgendiameter als Standard gebraucht werden.
Die Reifen dürfen nicht breiter als der Kotflügel sein.
Die Türinnenbekleidungen müssen abgenommen werden, die Unterkonstruktion kann bleiben.
Ein Sicherheitsgurt ist Vorschrift, er muss mind. eine Schulter unter Gurt festsitzen. Lendengurt ist nicht erlaubt. Ein 4-Punkt- oder Hosenträgergurt wird empfohlen.
Zur Erhöhung der Sicherheit kann ein Überrollbügel oder -käfig eingebaut werden.
Hinter dem Fahrersitz muss aus Sicherheitsgründen eine Stütze vom Wagenboden bis zum Dach angebracht werden. Dies kann eine Eisenstange von mind. 10 cm Durchmesser oder ein Holzbalken mit den Massen 15 x 15 cm oder 20 x 10 cm sein.
In die Motorhaube dürfen keine Öffnungen geschnitten werden. (z.B. für bessere Abkühlung)
Der Kühler kann durch einen Wassertank ersetzt werden. Er muss unter der Motorhaube sitzen und darf nicht vor dem vorderstem Punkt des Motorblocks sein sowie nicht als Verstärkung benutzt werden. Die Leitungen müssen gut befestigt werden.
Alles am Auto muss Standard bleiben, das bedeutet, der Kopf, Block und Karosserie müssen serienmäßig zusammen bleiben, das betrifft auch das Getriebe, den Vergaser, den Einlass- und Auspuffkrümmer. Ebenfalls darf an der Federung nichts verändert werden.
Es dürfen nur Stoßdämpfer, die serienmäßig mit dem Autotyp geliefert werden oder standardmäßig dazugehören, verwendet werden. Verstellbare Konic, Bilstein Gasdruckdämpfer und Gabriel Stoßdämpfer sind nicht zulässig, auch kein Füllen des Dämpfers mit Hydraulik-Öl Die Federung darf nicht verändert werden, z.B. durch Wegnahme oder Hinzufügen andere Teile. Bei Autotypen (z.B. Alfa mit Torsionsstangen), die die Federung serienmäßig verstellen können, muss sie in der werkseitig eingestellten Position bleiben.
Es ist nicht erlaubt, Gewicht, egal in welcher Form, beizufügen. Ausnahme: Wer 6 x in den Vorläufen oder 3 x in den Finalen unter den ersten 3 auf derselben Bahn plaziert war, muss einen Sack Zement von 50 Kg auf dem "Beifahrersitz" befestigen. Für den Zement und die Befestigung hat der Fahrer selbst zu sorgen. Plaziert er sich noch einmal, wie vorher beschrieben, muss er weitere 50 Kg hinzufügen. Mit diesen Gewichten muss er bis zum Ende der Saison fahren, auch wenn er das Auto wechselt.
Reparaturen, zum Zusammenhalt der Karosserie, dürfen mit höchstens 1 mm dicken Platten ausgeführt werden. Piloten, die ihr Auto nicht reglementär verstärken, werden für den folgenden Renntag auf ihrer "Hausstrecke" gesperrt.
Ein Sperrdifferenzial ist nicht zugelassen, auch wenn es auf dem Autotyp standardmäßig eingebaut ist.
Neben Rennreifen sind auch noch folgende Reifentypen nicht zugelassen: Good Yaer NCT, Avon, Yokohama, Bridgestone, Potenza und Hoosier. Diese Liste kann jederzeit erweitert werden. BASC räumt sich außerdem die Möglichkeit ein, Reifenmasse auf bestimmten Modellen während der laufenden Saison zu verändern. Die Piloten werden ca. einen Monat vorher darüber informiert.
Neben den Autotypen, die in der Liste der Super Prive Cars stehen, sind noch folgende Modelle bei den Prive Cars nicht erlaubt: VW-Scirocco, alle VW Golf und Jetta Modelle, Honda Civic sowie der Audi 80 mit einem Vergaser mit doppeltem Venturi. Citroen 2pK, Citroen Diane, Daf 44 altes Modell. Alle Opelmodelle mit 2 l Einspritzmotor, Alfa Sud 1500Ti. Alle Autos mit Turbomotoren und alle mit mehr als zwei Ventilen pro Zylinder. Es sind nur Modelle zugelassen, die mindestens fünf Jahre in Belgien, Holland, Frankreich oder Deutschland auf dem Markt sind.
Folgende Fahrzeuge dürfen nicht mehr PS haben als nachstehend aufgeführt, sonst entsprechen sie nicht dem Reglement: Alle Alfa Romeo Modelle: max. 125 PS VW Golf, Jetta, Audi 80: max. 75 PS Audi 100: max. 110 PS Alle Alfa Romeo Typen müssen mit kompletten Luftfilter fahren.
Die Düsen müssen, wie werkseitig für diesen Typ geliefert, Standard bleiben.
Zubehör, wie z.B. verstärkte Stoßdämpfer zum Ziehen eines Wohnwagens, sind nicht erlaubt.
Alle Teile müssen auf ihrem ursprünglichen Platz und Position bleiben; das Umdrehen der Blattfedern z.B. ist nicht erlaubt.
In den Stoßdämpfern darf nicht mehr Öl sein, als die Menge, die werkseitig angegeben ist. Nur die Ausführungen der Fahrzeuge in Belgien, Holland, Frankreich und Deutschland zählen.
Bei Alfa Romeo, VW Golf und Jetta müssen die Standardfelgen genommen werden, sie dürfen nicht verbreitert oder verändert werden.
VW Golf und Jetta dürfen keine Torosionsstäbe haben.
Beim VW Golf darf ein max. Reifenmass von 165 x 65 genommen werden. Die Reifenwuchtgewichte müssen an allen Felgen abgenommen werden.
Die Autos dürfen nur vollkommen ausgeschlachtet auf das Renngelände fahren.
Der ganze Schrott darf nicht mitgebracht werden, ansonsten müssen 80 DM Containergebühr pro Auto bezahlt werden.
Alles, was durch dieses Reglement nicht ausdrücklich zugelassen ist, ist verboten; d.h., dass es komplett Standard bleiben muss, wie vom Hersteller angegeben. Es darf auch nicht bearbeitet werden.
Startaufstellung
Wer das erste Mal fährt, startet von der Startlinie
Wer bereits mitgefahren ist, aber noch nie unter den ersten 3 im Vorlauf oder im Finale war, startet auf 1/4 (Mitte der ersten Kurve)
Wer einmal unter den ersten 3 im Vorlauf oder 2. oder 3. im Finale war, startet auf ½ (eine halbe Runde zurück)
Wer einmal ein Finale gewonnen hat und auch die ersten 3 der Vorjahresmeisterschaft, starten auf ¾
Wer angemeldet war, aber nicht erschienen ist, startet beim nächsten Mal als letzter. Danach kommt er wieder auf seine ursprüngliche Position zurück.
Wer früher einmal gefahren ist, startet bei seiner ersten Teilnahme der Saison auf der Position, die er damals zuletzt hatte.
Man kann niemals eine Position nach vorn kommen, nur nach hinten, außer im Fall von Pos. 5.
Die Startposition innerhalb jeder Gruppe (St-1/4-1/2-3/4) erfolgt durch Losziehung.
Anmeldung
Die Anmeldung muss per Post erfolgen. Die Anmeldegebühr kann per Scheck auf den Namen Roland Vandermeersch oder in Scheinen (keine Stücke), beigefügt sein. Es kann allerdings auch auf der Rennstrecke am Renntag selbst für den darauffolgenden Renntag bezahlt werden. Die schriftliche Anmeldung muss spätestens bis Mittwoch 10 Uhr vor dem Renntag, oder wenn dieser nicht auf einen Sonntag fällt, 4 Tage vorher bei CAMSO sein. Es ist möglich, dass für einige Renntage nur eine bestimmte Anzahl Fahrer angenommen werden können. In diesem Fall können diejenigen, die zuerst bezahlt haben, mitfahren. Eine Verzögerung auf dem Postweg kann nicht berücksichtigt werden. Mit der ersten Anmeldung bekommt der Fahrer eine Stempelkarte und muss diese bei jeder Anmeldung vorlegen.
Flaggen
Siehe Artikel 2 des Reglements. Auf folgende Punkte wird nachdrücklich besonders hingewiesen:
Wer dreimal durch die schwarze Flagge "fährt", wird für den Rest des Renntages sowie auch für die nächste Veranstaltung gesperrt.
Weißes Brett mit schwarzem Kreuz bedeutet " unsportliches Fahren": Der Fahrer wird im Klassement um fünf Plätze zurückgesetzt.
Bei der gelben schwenkenden Flagge (evtl. mit Startcar) müssen alle Autos unmittelbar langsam fahren und dürfen einander nicht mehr überholen. Wenn die Jury feststellt, dass ein Pilot sich nicht an diese Regelung gehalten hat, kann er mit der schwarzen Flagge aus dem Rennen genommen werden oder er muss als letzter starten. Es kann auch eine Sperre erfolgen, darüber entscheidet die Rennleitung.
Alle Autos, die nach einem Renntag im Innenfeld stehen und ihr Parkgeld nicht bezahlt haben, werden vom Schrotthändler mitgenommen. Es gibt keine Schadensvergütung.
Startnummern
Siehe Artikel 15 des Reglements. Fahrern, deren Startnummern nicht dem Reglement entsprechen, wird der Start verweigert.
Preisgeld
Es gibt kein Preisgeld, weder in Geld noch in Natura. Die ersten 3 des Finales erhalten einen Pokal.
Meisterschaft
Es wird eine nationale Meisterschaft ausgetragen‚ die "Prive Car Meisterschaft" . Alle Rennen zählen dazu. Die Punkteverteilung erfolgt wie unter Artikel 12 A im allgemeinen Reglement beschrieben. Die ersten Fünf bekommen am Festabend einen Pokal.
Kontrolle
Die Rennleitung kann die ersten drei Autos des Finales kontrollieren lassen, ob sie dem Reglement entsprechen. Siehe auch Artikel 4 des allgemeinen Reglements. Piloten, bei deren Fahrzeug große Abweichungen vom Reglement festgestellt werden, sind für ein Jahr gesperrt. Auf der Rollentestbank (nur die Ergebnisse des Leistungsprüfstandes von Wim Dedeyne in Oostkamp bei Brügge (Tel. 003250/825536) zählen) darf kein einziges Auto 2 PS mehr haben, als vom Hersteller angegeben unter Berücksichtigung der Beschränkungen z.B. beim VW Golf max. 77 PS DIN usw. Piloten, die egal durch welche Hilfsmittel die Kontrolle der PS ihres Fahrzeuges verfälschen, werden definitiv in dieser Klasse gesperrt. Gegen Bezahlung von 130 Euros an den Club BASC kann ein Pilot veranlassen, dass Fahrzeug eines anderen auf die Testbank zusetzen. Dieser Betrag wird für die Kosten der Testbank und des Transportes genommen. Auf der Testbank müssen die PS-Kurve als auch die Drehmoment-Kurve völlig gleich mit der Standardkurve sein. (gleich bei welcher Tourenzahl darf der Drehmoment nicht höher sein als vom Hersteller bei dieser Tourenzahl angegeben) Der Pilot, der ein Fahrzeug kontrollieren lässt, muss selbst an Hand von Papieren beweisen, dass es nicht in Ordnung ist.
Renngelände
Die Prive Car Piloten bezahlen mit ihrer Anmeldung 6 Euros Parkgebühr für ihr Rennfahrzeug. Die Prive Cars, Bangerstox und Bangers, die im Innenfeld stehen und nicht angemeldet sind, müssen bis spätestens 20 Uhr am Abend vor dem Renntag aus der Mitte genommen werden. Sie dürfen aber nicht zwischen die angemeldeten Fahrzeuge gestellt werden. Sie müssen auf dem dafür vorgesehenen Platz gestellt werden. Autos, die nach 20 Uhr noch im Mittelfeld stehen, werden durch CAMSO abgeschleppt. Der Pilot kann keinen Schadensersatz dafür beantragen. Ein Pilot darf pro Renntag nur ein Fahrzeug auf dem reservierten Platz für Prive Cars stehen haben, es sei denn, er fährt in zwei Klassen. Wer diese Vorschrift nicht respektiert, wird für eine Veranstaltung gesperrt.